Zustand der Schlosskapelle erlaubt Nutzungserprobung

Die Celler Schlosskapelle kann nur durch Glas bestaunt werden, doch die Zwischenergebnisse der Machbarkeitsstudie sehen nun begrenzten Zutritt für einige Besuchsgruppen vor. Foto: Wasinski
Die Celler Schlosskapelle kann nur durch Glas bestaunt werden, doch die Zwischenergebnisse der Machbarkeitsstudie sehen nun begrenzten Zutritt für einige Besuchsgruppen vor. Foto: Wasinski

Zwischenergebnisse der laufenden Machbarkeitsstudie vorgestellt

ELLE (was). Auf einer Informationsveranstaltung, die kürzlich im Rittersaal des Celler Schlosses stattfand, wurden Zwischenergebnisse zum Zustand der Schlosskapelle präsentiert. In diesem Zusammenhang soll es bald vereinzelten Besuchergruppen wieder gestattet werden, den Raum zu betreten.

Im Dezember 2013 wurde auf Initiative des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege und des Staatliches Baumanagements Lüneburger Heide eine Arbeitsgruppe gebildet. Mitwirkende sind die Stadt Celle, der Ev-luth. Kirchenkreis Celle und die Ev.- luth. Landeskirche Hannover sowie Fachleute der Konservierung und Restaurierung, der Mikrobiologie, der Bauphysik und Klimatechnik. In dem aktuellen Modellprojekt werden die denkmalverträgliche Nutzung und Klimastabilisierung untersucht. Die ersten Erkenntnisse wurden nun genauer erläutert.

Bereits zu Beginn betonte Michael Brassel, Leiter des Staatlichen Baumanagements Lüneburger Heide, die Bedeutung dieser Räumlichkeit. „Das ist ein ganz besonderes Gebäude in Niedersachsen, das in dieser Art landesweit seines Gleichen sucht.“ Celles Kulturdezernentin Susanne McDowell würdigte die finanziellen Zuwendungen der vergangenen Jahre, mit deren Hilfe unter anderem das Schlosstheater und die Gotische Halle saniert werden konnten, aber auch die laufende Machbarkeitsstudie zur Schlosskapelle getragen wird.

Vor über zwanzig Jahren wurden schwere Schäden in der Schlosskapelle festgestellt, woraufhin der Besucherverkehr eingeschränkt werden musste. Diese Kapelle ist ein Kunstwerk von europäischem Rang und zählt zu den bedeutendsten Zeugnissen der Renaissance. Die prächtige Ausstattung, die zwischen 1565 und 1576 geschaffen wurde, kann seit 1995 nur durch Glas betrachtet werden. Der freie Zugang musste eingeschränkt werden, da die Aufnahmekapazität in den 1980er-Jahren bei Weitem überschritten wurde: Mehr als 50.000 Besucher pro Jahr führten zu Feuchteschäden.

Nach vielen Maßnahmen zur Instandsetzung einiger Teilbereiche der Kapelle und den ersten Auswertungen sieht das Modell-Projekt nun eine Nutzungserprobung vor. Das bedeutet, dass Besuchergruppen in die alte Räumlichkeit dürfen, in der im vergangenen Jahr bereits ein Gottesdienst zum 500-jährigen Reformationsjubiläum gefeiert wurde. Die vollständigen Ergebnisse will das Gremium dann Mitte 2019 vorlegen. Bereits in diesem Monat starten die ersten Besuchstermine. Zeiten und Kartenvorbestellung unter Telefon 05141/124540. Die Führung beinhaltet Einführung, Ausstellung sowie Zutritt in die Schlosskapelle. Die Teilnehme ist kostenlos, um eine Spende wird gebeten.

Die Ausstellung „Zwischen Macht und Frömmigkeit“ wurde nach dem offiziellen Teil von Juliane Schmieglitz-Otten, Leiterin des Residenzmuseums im Celler Schloss, in einer aktualisierten Fassung im Turm über der Kapelle wiedereröffnet. Sie veranschaulicht alles Wissenswerte zur Schlosskapelle Celle mithilfe von Präsentationen, 3D-Filmen und hochkarätigen Exponaten.
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