Wunderschöne Traditionen bereichern die Feiertage

Zum Weihnachtsfest gibt es für die Kinder vom Weihnachtsmann Geschenke.
Zum Weihnachtsfest gibt es für die Kinder vom Weihnachtsmann Geschenke.

Weihnachtsbaumschmücken und gemeinsam Lieder singen

CELLE (ram). Das Aufstellen des Weihnachtsbaumes oder das gemeinsame Singen von Weihnachtsliedern sind alte Traditionen, die den Menschen das Weihnachtsfest bereichern. Es gibt aber auch so einiges, aus dem im Laufe der Jahre neue Bräuche geworden sind.

In Deutschland gibt es viele gute alte Traditionen, um am Weihnachtsfest für eine schöne festliche Atmosphäre zu sorgen. Eine zentrale Rolle spielt dabei der Weihnachtsbaum. Geschmückte Tannenbäume gab es bereits zu Beginn des 17. Jahrhunderts in Kirchen. Um das Jahr 1800 hielt er dann auch Einzug in den Häusern gehobener Bürger in Deutschland, Österreich und der Schweiz, und später dann auch in Frankreich und Anfang des 20. Jahrhunderts in den USA.

Heutzutage steht ein geschmückter Weihnachtsbaum in fast jedem Haus, obwohl es für den einen oder anderen Jahr für Jahr immer wieder nervenaufreibend ist, bis der Baum ausgesucht und aufgestellt ist. Beim Schmücken geht es dann aber wieder etwas entspannter zu. Zunächst muss der richtige Weihnachtsbaum ausgewählt werden. Solch eine Suche wird teilweise wie ein Familienausflug zum Baumverkauf in der Nähe zelebriert. Ist erst einmal die richtige Wahl getroffen worden, dann beginnt der gemütliche Teil, denn zumeist wird mit Glühwein, Bratwurst und weihnachtlichen Leckereien für das leibliche Wohl der Käufer gesorgt - also fast wie auf einem kleinen Weihnachtsmarkt. Hier und da kommen dabei manchmal auch Spiel und Spaß nicht zu kurz.

Ist der Baum für das bevorstehende Fest dann ausgesucht, beginnen oft die kleineren oder größeren Probleme. Das geht schon mit dem Befestigen im Weihnachtsbaumständer los. Ist der Stamm zu dick oder gar krumm, werden Säge und Axt gebraucht. Steht der Weihnachtsbaum dann endlich im Wohnzimmer, kann das Schmücken beginnen. Und wenn die Lichterkette platziert und die Christbaumkugeln sowie der andere Baumschmuck aufgehängt wurden, dann kann das Weihnachtsfest beginnen.

Neben dem Weihnachtsbaum gehören hierzulande das Singen von Weihnachtsliedern, der Besuch eines Weihnachtsgottesdienstes sowie Geschenke zum Fest dazu. Letztere wurden zum Teil direkt vom Weihnachtsmann im heimischen Wohnzimmer an die Kleinen verteilt.
Weihnachtsbaum ist ein zentraler Bestandteil der Weihnachtstraditionen. Fotos: Müller
Weihnachtsbaum ist ein zentraler Bestandteil der Weihnachtstraditionen. Fotos: Müller
Heutzutage ist es für manche ein neuer Brauch, sich zum Weihnachtsfest nichts zu schenken. Doch nicht immer klappt solch eine Absprache. In der frohen Erwartung auch bei den anderen leere Hände vorzufinden, sitzt bestimmt der eine oder andere am Heiligabend mit der Familie zusammen - und plötzlich fällt der Satz: „Ich habe da noch eine Kleinigkeit für dich.“ Wenn doch ein Geschenk hervorgezaubert wird, geschieht das oft aus der Unsicherheit heraus, dass der andere sich vielleicht nicht an die getroffene Vereinbarung hält. Für solch einen Fall ist es ratsam eine weihnachtlich verpackten „Kleinigkeit“ parat zu haben,um nicht mit leeren Händen dazustehen.

Über die Weihnachtsfeiertage kommt natürlich auch das leibliche Wohl nicht zu kurz. Zumeist stehen spezielle Weihnachtsgerichte, die in der Familie bereits eine jahrzehntelange Traditionen haben, auf den festlich gedeckten Tischen. Unter anderem sind Gans, Ente, Karpfen oder einfach nur Würstchen mit Kartoffelsalat auf dem Speiseplan zu finden.

Und welche Traditionen gab und gibt es zu Weihnachten in den deutschsprachigen Nachbarländern? In der Schweiz gibt es in der Adventszeit beispielsweise Weihnachtsmärkte, wie man sie auch hierzulande kennt. Am Nikolaustag bringt der „Samichlaus“, wie er in der deutschsprachigen Schweiz heißt, den Kindern Süßigkeiten sowie kleine Geschenke. Mit einem gemeinsamen Essen im Kreise der Familie verbringen die Schweizer traditionell den Heiligabend. Dabei steht der festlich geschmückte Weihnachtsbaum im Mittelpunkt. Es werden gemeinsam Weihnachtslieder gesungen und die Geschenke verteilt. Anschließend besucht man zusammen die Christmette.

Im alten Österreich wurde das Weihnachtsfest mit mysteriösen Feiern und Bräuchen begangen. Erst ab dem Jahr 1860 wurde die Sitte allgemein üblich, Weihnachten als ein andächtiges Fest der Familie mit Bescherung und einem leuchten- den Christbaum zu feiern. In früheren Zeiten war das Weihnachtsfest noch nicht so kommerziell, allerdings wurde bereits um das Jahr 1600 von Wiener Zuckerbäckern die Ware auf den Thomasmärkten angeboten. Arme Menschen baten in Österreich damals um milde Gaben, indem sie an den drei Donnerstagen vor dem Weihnachtsfest „anklöpfeln“ gingen. Das erste deutschsprachige Weihnachtslied stammt aus dem elften Jahrhundert. Und die Kinder waren in früheren Zeiten zwar auch schon brav - vielleicht aber das nur aus Angst, dass sie der Kinderschreck „Thomasniglo“ mitnimmt.

So haben die Menschen überall ihre Traditionen, um Weihnachten als schönes Fest zu erleben. Frohe Weihnachten!
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