Überschuss im Kreishaushalt ermöglicht Schuldenabbau

Erster Kreisrat Michael Cordioli (links) und Landrat Klaus Wiswe (rechts).
Erster Kreisrat Michael Cordioli (links) und Landrat Klaus Wiswe (rechts).

Landrat Klaus Wiswe blickt auf das Jahr 2018 zurück

CELLE (ram). Mit 2018 geht ein ereignisreiches Jahr zu Ende. Im Gespräch mit dem Celler Kurier blickt Landrat Klaus Wiswe gemeinsam mit dem Ersten Kreisrat Michael Cordioli auf einige herausragende Themen des Jahres zurück und gibt dabei auch einen Ausblick auf 2019.

„Ich bin sehr zufrieden mit dem Jahr 2018“, erklärt Wiswe. „Unter anderem ist es finanziell gut gelaufen. Die Wirtschaft brummt, und das merken wir.“ Es habe aber auch ein paar Nebeneffekte gegeben, die nicht so schön seien. So habe der Landkreis Probleme gut qualifiziertes Personal zu bekommen. Aber insgesamt sei es sehr erfreulich - auch die Arbeitslosenzahl im Bereich des Landkreises. „Im Bereich ‚Glasfaser‘ sind wir auf einem hervorragenden Weg“, so der Landrat weiter. Auch die Schulen seien gut aufgestellt. Und die Stimmung im Kreistag sei ebenfalls gut, spricht er einen weiteren Aspekt an. Man habe auch mit denen, die neu im Kreistag sind, eine sehr sachliche Form des Umgangs, hebt er hervor.

„Ein Sorgenkind haben wir. Das ist unser Allgemeines Krankenhaus“, so Wiswe. „Dort haben wir zwei Komplexe: ‚Wie ist in der Vergangenheit bilanziert worden?‘ Offensichtlich sind erhebliche Fehler gemacht worden. Das ist sehr ärgerlich. Was uns aber eigentlich viel mehr umtreibt ist die Frage: ‚Wie kriegen wir es hin, dass dieses Krankenhaus auf die Dauer wirtschaftlich ist?‘. Das ist eigentlich unser größtes Problem. Wir müssen es hinbekommen, dass das Krankenhaus die Erträge erwirtschaftet, die es braucht, um die Investitionen finanzieren zu können.“ Der AKH-Vorstand habe aber deutliche Vorstellungen, wie er es schaffen will die Ertragslage deutlich zu verbessern.
Ein Blick auf das Gelände der Kreisverwaltung. Fotos: Müller
Ein Blick auf das Gelände der Kreisverwaltung. Fotos: Müller
Mit Blick auf den Haushalt 2018 erklärt Wiswe, dass der Landkreis Celle das Jahr mit einem Überschuss von rund 16 Millionen Euro abschließen werde. Das ermögliche erstmalig den Abbau von Schulden. Gleichzeitig könnten die Gemeinden mit einer Sonderauschüttung beteiligt werden. Doch 2019 werde der Spielraum enger. „Wir erwarten im Ergebnishaushalt zwar noch einen Überschuss von etwa 6,5 Millionen Euro, das reicht aber nicht aus, um die nötigen Investitionen zu finanzieren, sodass ein erneuter Anstieg der Verschuldung zu erwarten ist“, ergänzt der Erste Kreisrat Cordioli. Insbesondere der im Ergebnis sehr sinnvolle Übergang der Trägerschaft der öffentlichen Jugendhilfe von der Stadt zum Landkreis Celle zum 1. Januar 2019 belaste nach dem Plan das Ergebnis des Kreises zusätzlich. Außerdem will der Landkreis den Schwerpunkt frühkindliche Bildung vertiefen. Daher sollen zukünftig die Personalkostenzuschüsse für Kindertagesstätten der Gemeinden von 18 auf 20 Prozent erhöht werden.

Ebenfalls weitere Investitionen seien in die Gebäude des Landkreises, und hier besonders in die weiterführenden Schulen mit 13,8 Millionen Euro, und in die Kreisstraßen mit 3,78 Millionen Euro vorgesehen. „Wir haben hier einen guten Standard, aber den gilt es auch zu erhalten“, so Wiswe. Der Landrat betont, „dass trotz aller Investitionen auch der Schuldenabbau Ziel bleiben müsse. Durch den Einsatz des Überschusses aus laufender Verwaltungstätigkeit aus Vorjahren haben wir Kreditermächtigungen zurückfahren und den Anstieg der Verschuldung bremsen können. Allerdings wird die Nettoneuverschuldung 2019 nach der derzeitigen Prognose trotz des eingeplanten Überschusses bei rund neun Millionen Euro liegen.“

Für das Jahr 2019 laufen bereits die ersten Vorbereitungen beim Landkreis für die anstehende Europawahl am 26. Mai 2019, erläutert der Landrat. Die Wählerinnen und Wähler in der Bundesrepublik Deutschland würden insgesamt 96 Abgeordnete für das Europäische Parlament bestimmen. Nach ersten Schätzungen seien für die Europawahl 142.000 Personen im Landkreis wahlberechtigt. Jeder Wähler habe eine Stimme. Auch die in der Bundesrepublik Deutschland wohnenden Bürger der übrigen Mitgliedstaaten der Europäischen Union könnten ihre Stimme hier oder im Herkunftsland abgeben. Wahlberechtigte aus dem Vereinigten Königreich Großbritannien und Nordirland könnten wegen des Austritts aus der Europäischen Union an der Wahl nicht mehr teilnehmen. Wahlberechtigt seien ansonsten alle Deutschen und Unionsbürger, die am Wahltag das 18. Lebensjahr vollendet haben, seit mindestens drei Monaten in des Bundesrepublik Deutschland oder in den übrigen Mitgliedstaaten der Europäischen Union eine Wohnung innehaben oder sich gewöhnlich aufhalten und nicht vom Wahlrecht ausgeschlossen seien. Unter bestimmten Voraussetzungen könnten auch im Ausland lebende Deutsche an der Wahl teilnehmen. Am Wahltag könnten die Wahlberechtigten im Landkreis in einem von rund 190 Wahllokalen mit 1.500 Wahlhelfern wählen gehen.


Wiswe weist außerdem darauf hin, dass in der Stadt Bergen und den Gemeinden Hambühren und Wietze zeitgleich Bürgermeisterwahlen für die jeweilige Kommune stattfinden würden.

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