Trockenes Wetter macht den Landwirten zu schaffen

Der Sommer 2019 ist bislang sehr trocken. Enorme Hitzeperioden und geringer Niederschlag erschwert insbesondere den heimischen Landwirten die Arbeit. Foto: Müller
Der Sommer 2019 ist bislang sehr trocken. Enorme Hitzeperioden und geringer Niederschlag erschwert insbesondere den heimischen Landwirten die Arbeit. Foto: Müller

Die Situation ist nicht so dramatisch wie im Dürresommer 2018

CELLE (was). In den vergangenen Wochen gab es zum Teil rekordverdächtige Temperaturen im Landkreis Celle. Die Hitze und der geringe Niederschlag erfreute zwar Tourismus, Freibäder und Außengastronomie, doch machte es den regionalen Landwirten nicht gerade einfach.

Von den 632 landwirtschaftlichen Betrieben im Landkreis Celle sind 352 Haupterwerbsbetriebe. Die landwirtschaftliche genutzte Anbaufläche beträgt dabei über 53.000 Hektar, das sind 35 Prozent der Gesamtfläche. Der Geschäftsführer des Landvolks Celle, Martin Albers, bilanziert: „Wir nehmen natürlich die Klimaveränderungen wahr, die sich nicht wegdiskutieren lassen. Damit muss sich die Landwirtschaft arrangieren und anpassen. Es wird beispielsweise daran geforscht, Saaten zu entwickeln, die besser mit Trockenstress umgehen können. Das benötigt aber Zeit.“ Derzeit sei eine vernünftige Bewässerung wichtig, so Albers. Die Grundwassermessstellen weisen derzeit niedrige Stände aus, berichtet er und erklärt: „Durch die geringen Niederschläge findet wenig Grundwasserneubildung statt. Der richtige Umgang mit einer knappen Ressource wie Wasser stellt für die Landwirte sicher die größte Herausforderung dar.“

Christoph Düvel, Vorsitzender des geschäftsführenden Vorstandes beim Landvolk Celle, informiert: „Die Getreideernte ist noch nicht vollständig abgeschlossen, genauere Aussagen kann man deshalb nicht machen. Aber es zeichnet sich ab, dass die Braugerste in diesem Jahr sowohl vom Ertrag als auch bei der Qualität schwach ist.“ Ganz so wie 2018 sieht Düvel die Situation für die späteren Ackerfrüchte aber nicht: „In diesem Sommer hatten wir einige Regenabschnitte und auch die nächste Zeit soll es wechselhaft bleiben. Zudem verfügen die Landwirte in unserer Region über die Möglichkeit der Feldberegnung.“ Inwieweit sich weniger Erträge auf die Preise auswirken, könne man nicht genau sagen. Kartoffeln seien zwar derzeit noch auf einem leicht erhöhten Preisniveau, aber man müsse die Ernten in ganz Deutschland und Europa abwarten. „Der Mais wächst noch und die Zuckerrüben können sich regenerieren“, ergänzt Düvel. Er macht zudem deutlich, dass die Preise für die Verbraucher relativ stabil bleiben, da diese nicht nur von einem kleinen Gebiet, sondern von den Erträgen in ganz Europa abhängen. So schnell gebe es keine extremen Schwankungen. Abschließend weist Düvel auf die kritische Situation für die Milchvieh- und Rinderbetriebe hin, die schon im zweiten Jahr eine Futterknappheit bewältigen müssen.

Erfreulicher zeigt sich die Entwicklung bei Streuobstwiesen und Mischblütenfeldern. Die Celler Landwirte haben 2018 rund 650 Hektar Blühstreifen zur Verfügung gestellt, um die Artenvielfalt zu unterstützen. 2012 waren es nur 88 Hektar. „Wir möchten unseren Beitrag zur Biodiversität leisten“, erläutert Albers und ermuntert die kommunale Politik und Privatpersonen auch Blühflächen bereitzustellen. Darüber hinaus laufe die Direktvermarktung in vielen Agrarbetrieben gut. Besonders beliebt seien Regiomaten und mobile Hühnerställe.