Kriminalstatistik 2018 konnte positiven Trend bestätigen

Polizeidirektor Eckart Pfeiffer (links) und Frank Hennecke (rechts) haben die Kriminalstatistik 2018 vorgestellt und zeigten sich angesichts vieler rückläufiger Zahlen sehr erfreut. Fotos: Wasinski
Polizeidirektor Eckart Pfeiffer (links) und Frank Hennecke (rechts) haben die Kriminalstatistik 2018 vorgestellt und zeigten sich angesichts vieler rückläufiger Zahlen sehr erfreut. Fotos: Wasinski

„Es gibt wenig Berechtigung, sich in unserer Region unsicher zu fühlen“

CELLE (was). Der Leiter der Polizeiinspektion Celle, Polizeidirektor Eckart Pfeiffer, und der Leiter des Zentralen Kriminaldienstes der Polizei Celle, Frank Hennecke, haben am vergangenen Dienstag die Kriminalstatistik 2018 für die Polizeiinspektion Celle vorgestellt und konnten viel Positives berichten.

„Im Landkreis Celle befinden wir uns wirklich in einer sicheren Region. Wir haben seit dem wir die Kriminalstatistik so in dieser Form erfassen nie weniger Straftaten registriert wie 2018. Das ist also der niedrigste Wert an registrierten Straftaten. Zudem haben wir auch noch die höchste Aufklärungsquote, die wir jemals hatten“, erläuterte Pfeiffer. Trotzdem gebe es ein Phänomen. Pfeiffer konkretisierte: „Man hat den Eindruck, dass das Sicherheitsempfinden der Bevölkerung rückläufig ist. Wir können das aber zum Glück mit der Statistik nicht belegen. Es gibt wenig Berechtigung, sich in unserer Region unsicher zu fühlen.“

Dass die Polizeiinspektion Celle gute Arbeit abliefert, zeigt beispielsweise die deutlich zurückgegangene Zahl der Wohnungseinbrüche. „Wir haben von den sechs Inspektionen der Polizeidirektion Lüneburg den niedrigsten Wert an Wohnungseinbrüchen“, betonte Pfeiffer. Sein Kollege Hennecke freute sich ebenfalls über die beeindruckenden Erfolge und verdeutlichte, dass es gelungen sei, insbesondere im Bereich der Häuslichen Gewalt das Dunkelfeld aufzuhellen.
Die Polizeiinspektion Celle an der Jägerstraße
Die Polizeiinspektion Celle an der Jägerstraße
Zur Statistik: Die Anzahl der registrierten Straftaten im Bereich der Celler Polizeiinspektion ist 2018 auf 10.714 Fälle zurückgegangen, die Aufklärungsquote betrug 66,88 Prozent. Im Vorjahr waren es noch 10.949 Fälle bei 64,83 Prozent Aufklärungsquote. Die Häufigkeitskennzahl in der Polizeiinspektion Celle liegt auf dem niedrigen Wert von 5.993 und damit deutlich niedriger als im Land Niedersachsen. In Stadt und Landkreis Celle lebt es sich offenkundig sicherer als im Land. Bei den Tatverdächtigen, von denen 90 Prozent Erwachsene waren, sind nach wie vor die Männer deutlich in der Überzahl (73 Prozent).

Die Polizeiinspektion Celle hatte im Jahr 2018 insgesamt 1.912 Fälle von einfachen Diebstahl (17,8 Prozent), 1.532 Fälle von schwerem Diebstahl (14,3 Prozent) und 1.709 Fälle von Vermögens- und Fälschungsdelikten (16 Prozent) zu bearbeiten. Also fast die Hälfe der registrierten Straftaten haben somit unrechtmäßige Eigentumsverschiebungen zum Inhalt. Außerdem wurden 2.079 Rohheitsdelikte (19,4 Prozent), 142 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung (1,3 Prozent) und zwölf Straftaten gegen das Leben (0,1 Prozent) sowie 779 Fälle aus strafrechtlichen Nebengesetzen (7,3 Prozent) und 2.549 Fälle sonstiger Strafbestände registriert.

Die Raubdelikte sind leicht gesunken, die Körperverletzungsdelikte allerdings von 1.297 auf 1.439 gestiegen. Diese Erhöhung betraf fast nur leichte Körperverletzungen (wie Ohrfeige oder Faustschlag). Die Anzahl der Straftaten im Kontext häuslicher Gewalt sind gestiegen auf 629 (2017: 479). Der Anstieg der Zahlen erklärt sich laut Polizei durch eine erhöhte Anzeigebereitschaft der Opfer. Bei den Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung haben sich die Straftaten leicht von 150 auf 142 reduziert.

In der Straßenkriminalität ist die Anzahl gesunken (von 2.092 auf 1.886). Im Zehnjahresvergleich hat sich diese Zahl sogar halbiert. Der Rückgang wird von der Polizei auf vermehrte sichtbare Polizeipräsenz in der Stadt, aber auch in der Fläche zurückgeführt. 2018 wurden neben Celle und Bergen zwei zusätzliche Stationen (Wietze und Lachendorf/Wathlingen) geschaffen, die ständig besetzt sind.

Kraftfahrzeug- und Fahrraddiebstähle haben sich weiter verringert. Die Zahlen in den Bereichen Sachbeschädigung, Wohnungseinbruchdiebstähle und Rauschgiftdelikte sind rückläufig. Erfreulich: Allein in den vergangenen 14 Monaten stellte die Polizei Celle etwa 100 Kilogramm Rauschgift sicher, überwiegend Marihuana, aber auch Kokain. Zudem wurde Dealgeld im sechsstelligen Bereich beschlagnahmt.

Die Gewalt gegen Polizeibeamte sank weiter (46 Fälle). Laut Pfeiffer gab es keine Situation in dieser Region, wo Rettungskräfte oder Feuerwehren bei ihren Einsätzen behindert oder angegangen wurden. Hier verhalte sich die Bevölkerung vorbildlich, lobte er. Die Gesamtzahl der Fälle mit minderjährigen Tätern erhöhte sich auf von 914 auf 1.001, die aber von weniger Jugendlichen ausgeübt wurden. Dieser Umstand steht nun bei der Polizei Celle im Fokus, um Gegenmaßnahmen zu entwickeln.

Der Personenkreis „Flüchtlinge“ war im Jahr 2018 für 566 Straftaten (etwa fünf Prozent) verantwortlich, vornehmlich in den Bereichen Ladendiebstahl, einfache Körperverletzung sowie Betrugs- und Fälschungsdelikte. „Straftaten durch Zuwanderer stellen für die Polizei Celle kein Problem dar“, so Pfeiffer.

Zum Ende appellierte er eindringlich an potenzielle Hinweisgeber: „Wenn wir Straftaten aufklären wollen, sind wird auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen. Sollten Sie etwas Verdächtiges beobachtet haben, stellen Sie sich uns als Zeuge zur Verfügung.“