Niedersächsische Justizministerin besichtigte die Lobetalarbeit in Celle

Christine Petersen (von links), Thomas Adasch, Barbara Havliza, Ulrike Drömann und Rainer Nelskamp an den Plakaten im Flur der Allertal-Werkstatt, auf denen die vielen Arbeitsbereiche für Menschen mit Beeinträchtigung aufgezeigt werden. Foto: Wasinski
Christine Petersen (von links), Thomas Adasch, Barbara Havliza, Ulrike Drömann und Rainer Nelskamp an den Plakaten im Flur der Allertal-Werkstatt, auf denen die vielen Arbeitsbereiche für Menschen mit Beeinträchtigung aufgezeigt werden. Foto: Wasinski

Barbara Havliza zeigte sich beeindruckt von lokalem Diakonie-Unternehmen

CELLE (was). Am vergangenen Mittwoch stattete die niedersächsische Justizministerin Barbara Havliza der Lobetalarbeit in Celle in Begleitung des heimischen CDU-Landtagsabgeordneten Thomas Adasch einen Besuch ab.

Zu Beginn betonte Christine Petersen, Kaufmännischer Vorstand der Lobetalarbeit, dass es gut für die Wahrnehmung ist, wenn eine Ministerin die volle Bandbreite dieser Einrichtungen kennenlernen möchte. Havliza, die extra viel Zeit für ihren Aufenthalt in Wietzenbruch eingeplant hatte, erklärte sie habe in Osnabrück auch schon eine ähnliche Institution angeschaut und sei neugierig auf das, was sie bei der Lobetalarbeit erwarte. Adasch, der ehrenamtlich Mitglied im Aufsichtsrat der Lobetalarbeit ist, ergänzte: „Die Idee für diese Besichtigung war, dass die Ministerin auch mal etwas besucht, was nicht viel mit Justiz zu tun hat.“

Ulrike Drömann, Theologischer Vorstand der Lobetalarbeit, führte dann Havliza in die Lobetaler Küche, wo die Ministerin einige der integrierten Arbeitsplätze des diakonischen Unternehmens ansehen konnte. Sowohl in der großen Küche als auch in der Backstube herrschte neben dem regen Treiben ein toller Duft, besonders nach frisch gebackenen Brot, von denen die Besucherin sogar eines geschenkt bekam. Havliza sprach mit einigen Angestellten und ließ sich die vielen großen Maschinen erklären.

In der Allertal-Werkstatt begrüßte Leiter Rainer Nelskamp die niedersächsische Justizministerin und zeigte ihr anhand von Plakaten im Flur die 18 unterschiedlichen Arbeitsbereiche für Menschen mit Beeinträchtigung, welche die Lobetalarbeit zu bieten hat. Hierzu gehören zum Beispiel Holzwerkstatt, Gartenbereich, Schneiderei oder das angrenzte Allertal-Café. Havliza zeigte sich beeindruckt von der Vielschichtigkeit des Diakonie-Unternehmens und stellte angeregt Nachfragen. In der Werkstatt konnte sie die einzelnen Arbeitsschritte, wie Sortieren oder Verpacken, betrachten und probierte sich auch selber mal aus.

Im Anschluss ging Havliza in eine Klasse mit angehenden Erziehern. Die Auszubildenden hatten sich im Vorfeld Fragen für die Justizministerin überlegt. Schwerpunkt war dabei die neue Urheberrechtsreform der Europäischen Union, allen voran der Artikel 13, bei dem durch so genannte Upload-Filter die Freiheit des Internets eingeschränkt werden könnte. „Für Sie als junge Menschen ist das Internet natürlich die wichtigste Informationsquelle. Man muss aber sehen, dass Urhebern wie Sängern oder Autoren in den vergangenen Jahren viel Geld verloren gegangen ist, da ihre Inhalte kostenfrei im Internet aufgetaucht sind. Sie möchten doch ihre ganzen Leistungen auch nicht umsonst anbieten. Früher gab es ja zum Beispiel noch Schallplatten- und CD-Verkauf. Diese Einnahmen fehlen jetzt. Eventuell könnte es hier ein Vergütungsmodell geben.“ Die Ängste der jungen Menschen, dass das Internet jetzt komplett zensiert werde, konnte Havliza jedenfalls nicht teilen.

Nach dieser spannenden Diskussion zu einem aktuellen Thema ging es weiter mit der Besichtigung. Es stand noch ein Besuch in der Hermann- Reske-Schule an. In dieser Tagesbildungsstätte auf dem Lobetalgelände wurden die Gäste mit viel Herzlichkeit empfangen. Bei Gesprächen gab es für alle Kaffee und Kuchen.