Celle

Menschen mehr beteiligen und Verwaltung bürgernah aufstellen

Florian Hemme. Foto: Müller
Florian Hemme. Foto: Müller

CDU-Bürgermeisterkandidat Florian Hemme stellt Zehn-Punkte-Plan vor

WINSEN (ram). Am Sonntag, 21. Oktober, ist in Winsen (Aller) Bürgermeisterwahl. Für die CDU tritt Florian Hemme als Kandidat an. Er hat einen Zehn-Punkte-Plan erarbeitet, den er im Gespräch mit dem Celler Kurier vorstellte.

Kürzlich hatte Hemme in Winsen und in den Ortsteilen Ortsgespräche mit den Bürgerinnen und Bürgern geführt. Dabei hat er Anregungen für seinen Zehn-Punkte-Plan, der Teil seines Zukunftskonzeptes ist, bekommen. Diese zehn Punkte sollen deutlich machen, wofür er als Bürgermeisterkandidat steht.

„Wir müssen die Menschen mehr beteiligen, indem wir den ‚Winser Dialog‘ wieder beleben und ein ähnliches Format in allen Ortsteilen einführen“, erläutert Hemme. Vor Jahren seien aus dem „Winser Dialog“ einige Projekte, wie zum Beispiel der Marktplatz und die Poststraße, hervorgegangen. „Ich habe gemerkt, dass die Leute beteiligt werden wollen und sich auch einbringen möchten“, erklärt er. Zurzeit gebe es die Möglichkeit als Bürger zu Sitzungen zu kommen und Fragen zu stellen. Aber eine aktive Mitarbeit sei nicht möglich, es sei denn man ist beratendes Mitglied. Es sei wichtig die Bürger im Vorfeld zu informieren und mit einzubeziehen. „Das kostet Zeit, aber ich glaube, dass dann Entscheidungen doch nochmal von einer größeren Masse getragen werden, wenn man weiß, dass man mitarbeiten kann und auch gehört wird“, meint er. Man werde nicht immer jede einzelne Idee mit einfließen lassen können. Aber warum soll man die Möglichkeit nicht nutzen, das Wissen der rund 11.000 Wahlberechtigten mit aufzunehmen.

„Gemeinde sicherer gestalten“ ist der zweite Punkt. „Als Bürgermeister möchte ich das Feuerwehrbudget deutlich erhöhen“, betont Hemme. Das habe in den vergangenen Jahren immer bei 65.000 Euro gelegen. Er stelle sich ein dynamisches Feuerwehrbudget vor, das an die Einwohnerzahl gekoppelt werde. Wenn sich die Zahl der Einwohner erhöhe, dann müsse das Feuerwehrbudget steigen, da sich auch die Zahl der Einsätze erhöhe. Hemme möchte damit ein deutliches Signal an die Feuerwehr senden. „Ich möchte mich auch mit Nachdruck dafür einsetzen, dass die Polizeipräsenz erhöht wird“, so Hemme zu einem weiteren Ergebnis aus den Ortsgesprächen. Die Gemeinde Winsen wachse, aber gleichzeitig sei die Polizeipräsenz nicht mehr so, wie sie einmal war, weil Stellen abgebaut wurden. Man müsse über dieses Thema nochmal mit den Landtagsabgeordneten sprechen.

Hemme möchte Wirtschaftswachstum erreichen, indem neues Gewerbe angesiedelt und bestehende Unternehmen unterstützt werden. „So schaffen wir Arbeitsplätze vor Ort“, betont er. In Winsen sei man bereits dabei ein neues Gewerbegebiet auszuweisen. „Manche Firmen wachsen, aber sie wissen langsam nicht mehr wohin sie wachsen sollen“, erläutert Hemme. „Wir müssen als Gemeinde dafür sorgen, dass das auch möglich ist.“ Es gehe darum einerseits Arbeitsplätze wohnortnah zu haben, andererseits profitiere eine Kommune nicht unerheblich von der Gewerbesteuer. „Es ist gut, dass wir jetzt eine Wirtschaftsförderung haben, aber ich glaube, man kann das noch ausbauen“, so Hemme weiter.

„Dorfgemeinschaften stärken, indem wir als Gemeinde örtliche Veranstaltungen und Aktivitäten fördern, sowie die Grundversorgung in allen Ortsteilen sicherstellen“, nennt Hemme den vierten ihm wichtigen Punkt. Menschen in den Randgebieten rund um den Kernort sowie in den Ortsteilen würden sich die Frage stellen, wie sie sich im Alter selber versorgen, wenn sie kein Auto mehr haben. In einigen Ortsteilen gebe es beispielsweise keinen Lebensmittelladen mehr. „Jetzt muss man überlegen, was vor Ort machbar ist“, erklärt er. Vielleicht sei es eine Möglichkeit an die großen Discounter heranzutreten und eine Kooperation zu machen, sodass diese an bestimmten Tagen Dinge zur Grundversorgung liefern. Es gehe darum ein Modell zu schaffen, von dem alle profitieren, betont Hemme.

Der nächste Punkt von Hemmes Zehn-Punkte-Plan lautet: „Alle Generationen unterstützen, indem wir die Familien-, Kinder-, Jugend-, Erwachsenen- und Seniorenarbeit intensivieren und generationsübergreifende Projekte ausweiten.“ In Gesprächen sei ihm gesagt worden, dass man die älteren Menschen nicht vergessen dürfe. Es gebe gute Projekte, wie zum Beispiel bei der Kita „Kleines Neues Land“, wo die Sitzgymnastik des MTV „Fichte“ Winsen untergebracht sei. Dort habe man einerseits etwas für die Senioren, die andererseits wiederum in Kontakt mit den Kindern kommen. „Ich finde es schön, wenn sich das gegenseitig so befruchtet“, erklärt Hemme. Er könne sich auch vorstellen, die Generationen zusammenzubringen. So könnte man beispielsweise - wie er es aus einer anderen niedersächsischen Gemeinde kennt - zwei Mal im Jahr eine Zusammenkunft für alle Eltern, die ein Kind bekommen haben, machen. Für jedes Kind könnte man dann im Rahmen einer Pflanzaktion einen Baum pflanzen. Dabei kämen alle Generationen zusammen.

Hemme möchte auch das Ehrenamt fördern, indem man den Vereinen und Verbänden bestmöglich zuarbeite. „Ich kann mir vorstellen, dass wir eine Ehrenamtsmanagerin oder Ehrenamtsmanager in der Gemeinde haben“, erklärt er. Ob angestellt oder ehrenamtlich, das müsse man sehen. Es sei aber wichtig, dass man einen festen Ansprechpartner für das Ehrenamt habe.

Wichtig sei Hemme weiterhin die Verwaltung bürgernah aufzustellen, indem man zum Beispiel einen Bürgerkoffer von der Bundesdruckerei anschaffe. Dieser Bürgerkoffer sei eine Art „mobiles Rathaus“. So könnten mit relativ wenig Aufwand bestimmte Verwaltungsabläufe auch im Wohnzimmer und in den Dorfgemeinschaftshäusern erledigt werden. „Damit könnten wir ein Signal setzen, dass wir als Verwaltung rausgehen“, betont er.

„Bildungsangebote ausbauen, indem wir unsere KiTas, Kindergärten und Schulen zukunftsorientiert planen und ausstatten, sowie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern“, ist laut Hemme ein weiterer wichtiger Punkt. Ihm sei wichtig, dass man in jedem Neubaugebiet auch einen Spielplatz hat. Man müsse zudem überlegen - wenn es aus der Elternschaft vermehrt den Wunsch gebe - die Schließzeiten der KiTas anzupassen.

Als weiteren Punkt nennt Hemme „alle Friedhöfe erhalten, indem wir verschiedene Wünsche an Bestattungsformen ermöglichen“.

Und schließlich gehe es laut Hemme darum, die „bäuerliche Land- und Forstwirtschaft zu bewahren, indem wir sie wertschätzend behandeln und in Zukunft bei der planerischen Entwicklung unserer Gemeinde mit einbinden“. Wenn größere Baumaßnahmen geplant werden, so müsse im Vorfeld mit den Grundstückseigentümern gesprochen werden, hebt er hervor.

Seinen Zehn-Punkte-Plan möchte Hemme den Bürgerinnen und Bürgern unter anderem vorstellen, indem er nach den Sommerferien von Haustür zu Haustür geht.