Celle

Sechste Frauenberufsbörse fand im Kreistagssaal in Celle statt

Dyana Mieske (von links), Sven Rodewald und Sabine Mix bei der sechsten Frauenberufsbörse. Foto: Göpfert
Dyana Mieske (von links), Sven Rodewald und Sabine Mix bei der sechsten Frauenberufsbörse. Foto: Göpfert

Agentur für Arbeit Celle und Jobcenter im Landkreis Celle

CELLE (kdg). Kürzlich fand im Kreistagssaal des Landkreises Celle die sechste Frauenberufsbörse von der Agentur für Arbeit Celle und dem Jobcenter im Landkreis Celle statt. Es waren zirka 140 Besucherinnen anwesend.

Dabei standen die Themen Jobchancen, Qualifizierung und Wiedereinstieg im Vordergrund sowie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Sven Rodewald, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Celle, eröffnete die Veranstaltung mit einer kurzen Ansprache. Darauf folgte ein Interview mit Sabine Mix, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Agentur für Arbeit Celle und Initiatorin der Veranstaltung. Sie interviewte Sabine Helms und Kristina Federspiel-Horack, die beide als Wiedereinsteigerinnen ins Berufsleben einen neuen Job gefunden haben, sowie Michaela Block, die Arbeitgeberin von Federspiel-Horack. Helms ist als Fachassistenz im Jobcenter Landkreis Celle und Federspiel-Horack als Kaufmännische Angestellte tätig. Beide berichteten von ihren Erfahrungen. Wichtig sei es immer am Ball zu bleiben, sich von Absagen nicht entmutigen zu lassen und immer neugierig zu sein, so Helms. Federspiel-Horack riet, dass man sich trauen und ruhig mutig sein solle. Block sagte, dass sie sich bewusst für eine Wiedereinsteigerin entschieden habe, da es ihr wichtig sei, dass man sich schnell in den Job einfinde. Zur allgemeinen Situation der Steuerkanzleien berichtete sie, das viele derzeit auf der Suche nach Steuerfachangestellten und Auszubildenden seien. Zudem könne man Lehrgänge auch Halbtags besuchen. Viele Arbeitgeber seien da heute sehr flexibel.

Nach dem Interview erklärte Dyana Mieske, in gleicher Funktion wie Mix beim Jobcenter im Landkreis Celle tätig, wann welche Vorträge stattfinden. Vorträge gab es unter anderem zu den Themen „Studieren auch ohne Abitur“ und „Wie werde ich Fahrschullehrerin“. Gerade bei den Fahrschulen besteht derzeit großer Bedarf. Vorraussetzungen sind hier, dass man mindestens 21 Jahre alt ist, eine abgeschlossene Berufsausbildung oder Abitur, Deutschkenntnisse und dass man seit mindestens drei Jahren den B-Klasse Führerschein hat.

Einem fachbezogenem Studium ohne Abitur kann man in Niedersachsen zum Beispiel mit einer dreijährigen Ausbildung und dreijähriger Berufserfahrung nachgehen. Als Meisterin wird man auch zu fachfremden Studiengängen zugelassen.

Für Wiedereinsteiger werden zunächst Orientierungsmaßnahmen angeboten. Dabei geht es darum, wie man sein Leben neu organisiert, welcher Beruf zu einem passt und um Unterstützung eine Ausbildung zu finden. Zudem werden Bildungsmaßnahmen vermittelt. Teilnehmerinnen einer solchen Orientierungsmaßnahme waren auch vor Ort. Bei Hindernissen des Wiedereinstiegs ins Berufsleben unterstützen sowohl Agentur für Arbeit als auch das Jobcenter. So gebe es zum Beispiel ein Betreuungsgeld für Kinder, aber auch Unterstützung für die Anfahrt zur Arbeitsstelle oder für Berufskleidung, erklärte Mieske.

Für Mix ist es besonders wichtig, den Frauen Mut zu machen. Arbeit gebe Selbstvertrauen und auch Selbstverständnis. Gerade bei Berufswiedereinsteigern gebe es viel Potenzial. Durch die Phase der Familienbildung seien sie gut in der Selbstorganisation, teamfähig, frustresistent und übernehmen Verantwortung. Somit sei eine Anstellung eine Win-Win-Situation, sowohl fürs Unternehmen als auch für die Frauen. Auch Rodewald sieht hier ein großes Potenzial. Zudem sei die Lage am Arbeitsmarkt so gut wie lange nicht mehr. Ziel sei es die Frauenbeschäftigung zu erhöhen. Er möchte Frauen ermutigen, sich auch in technischen Berufen vermehrt zu bewerben. Dies würden sich derzeit noch zu wenig Frauen zutrauen.