Celle

„Pflege der Celler Parkanlagen ist optimal geregelt“

Prof. Dr. Kaiser beschäftigte sich mit den verschiedenen Wildpflanzenarten und Mengen in den historischen Parkanlagen der Stadt Celle. Foto: Lisa Müller
Prof. Dr. Kaiser beschäftigte sich mit den verschiedenen Wildpflanzenarten und Mengen in den historischen Parkanlagen der Stadt Celle. Foto: Lisa Müller

Vortrag auf der Sitzung des Umweltausschusses im Neuen Rathaus

CELLE (lm). Am vergangenen Mittwoch traf sich der Ausschuss für Umwelt, Verkehr und technische Dienste der Stadt Celle im Neuen Rathaus zu einer öffentlichen Sitzung. Dabei berichtete Prof. Dr. Kaiser von der Arbeitsgruppe Land und Wasser über die Flora in den historischen Parkanlagen der Stadt Celle.

Kaiser führte im vergangenen Jahr Untersuchungen im Auftrag der Stadt Celle zur Erfassung der Art und Mengen der wildwachsenden Pflanzen in den Celler Parkanlagen durch. Diese seltenen Wildpflanzen seien laut Kaiser besonders für den Naturschutz von hoher Bedeutung. Die Untersuchungen dienten unter anderem zur Klärung der Frage, ob die bisherig praktizierte Parkpflege geeignet sei oder zum Schutz der Pflanzen verändert werden müsse. Untersucht wurden dabei die fünf Parkanlagen Schlosspark, Französischer Garten, die Triftanlagen, Thaers Garten und der Bereich Harburger Berg, da die Vorkomnisse wildlebender Pflanzen dort besonders hoch seien. Insgesamt wurden 31 Pflanzenarten festgestellt, die für den Naturschutz bedeutsam wären, da sie beispielsweise auf der roten Liste der bestandsbedrohten Arten ständen. Zum anderen schaute man nach so genannten Stinsenpflanzen, die schon vor vielen Jahrhunderten existierten und sich verwilderten und somit auch historischen Wert hätten.

Besonders hervorstechend bei den Untersuchungen sei die hohe Menge an Wildtulpen in Celle. „Die wilden Tulpen bedecken eine Fläche von fast 5,7 Hektar der Celler Parkanlagen - es wurden 8.325.000 wilde Tulpen erfasst“, berichtete Kaiser. Weiterhin beschrieb er die hohe Dichte der Pflanze und dass es teilweise Stellen mit 700 Tulpen pro Quadratmeter gäbe, beispielsweise im Schlosspark und Französischen Garten. Dieses Ergebnis sei das größte Vorkommen der Wildtulpe in Niedersachsen und laut Kaiser höchstwahrscheinlich auch in ganz Norddeutschland.

Kleiner Wermutstropfen dabei sei, dass der Anteil blühender Tulpen deutlich unter einem Prozent läge. Ebenfalls berichtete Kaiser von weiteren sehr seltenen Pflanzenarten, die in den Celler Parkanlagen vorkämen und der Erhalt eine besondere Bedeutung für die Stadt Celle habe, wie beispielsweise dem Gefingerten Lerchensporn oder dem Wiesen- Gelbstern. Positiv sei auch, dass man bereits ab Ende März in den Parkanlagen schon ein riesiges Blütenangebot vorfände, das von Bienen und anderen Insekten sehr gut angenommen würde, „sofern sind die Pflanzen auch dafür äußerst nützlich“, erklärte Kaiser. Nur den Wunder-Lauch, der bekannt für seine schnelle Ausbreitung und das Verdrängen anderer Pflanzen sei, müsse man beobachten. Allerdings sei das laut Kaiser eher unkritisch, da dieser nur an einer kleinen Stelle im Französischen Garten vorkäme. Ausschussvorsitzender Heiko Gevers freute sich über das Ergebnis der Untersuchung und sieht die hohe Ansammlung der Wildtulpen als Alleinstellungsmerkmal für die Stadt Celle.

Das positive Fazit von Kaiser lautete abschließend: „Die bisherige Parkpflege ist optimal für den Schutz und Erhalt der Pflanzen und aus Sicht des Naturschutzes sehr zu begrüßen.“