Celle

Jobcenter im Landkreis Celle bot Schnupperkurs für Flüchtlinge an

Harald Hasse (Geschäftsführer Wildland/von links), Auszubildender Kaosar Hassain und die Geschäftsführerin des Jobcenter im Landkreis Celle, Sylke Schwanhold.
Harald Hasse (Geschäftsführer Wildland/von links), Auszubildender Kaosar Hassain und die Geschäftsführerin des Jobcenter im Landkreis Celle, Sylke Schwanhold.
Bei dem Schnupperkurs konnten Flüchtlinge mehr über die Arbeit in deutschen Küchen kennenlernen und kamen mit potentiellen Arbeitgebern ins Gespräch. Fotos: Jobcenter im Landkreis Celle
Bei dem Schnupperkurs konnten Flüchtlinge mehr über die Arbeit in deutschen Küchen kennenlernen und kamen mit potentiellen Arbeitgebern ins Gespräch. Fotos: Jobcenter im Landkreis Celle

Tolle Idee mit Potential: Gastronomie zum Anfassen und Kennenlernen

CELLE. Auf eigenen Beinen stehen und eine Perspektive haben - das ist der Traum vieler geflüchteter Menschen. Trotz abgeschlossener Ausbildung im Herkunftsland oder guter Deutschkenntnisse ist der Weg in den Job nicht einfach.

Der Grund: Oft scheitert es an kulturellen Unterschieden, besonders gilt das für die Gastronomie. Diese Erfahrung hat auch Aroud Amjad gemacht. Der 31-Jährige ist gelernter Koch und hat in Syrien bereits in diversen Hotels gearbeitet. Doch das hilft ihm kaum, denn in Deutschland läuft in der Küche vieles anders. Um Menschen wie Amjad einen Einblick in die deutsche „Gastro- Kultur“ zu zeigen, hat sich das Jobcenter im Landkreis Celle etwas Besonderes überlegt: ein Schnupperkurs zum Mitmachen. In den Räumlichkeiten von Harald Hasse, Geschäftsführer des Hotel- und Restaurantbetriebes Wildland, sollten sie einen Einblick bekommen, wie es geht: vom Herrichten eines Hotelzimmers, über das Eindecken eines Tisches, der Terminierung an der Hotelrezeption bis hin zum Kochen unter strengen Hygienevorschriften. Hier können sich die Flüchtlinge unter professioneller Anleitung in verschiedenen Bereichen ausprobieren. Auch Arbeitgeber aus der Region waren eingeladen, gemeinsam mit den Flüchtlingen dann auch die zubereiteten Speisen zu kosten und sich kennenzulernen.

„Das ist eine große Chance für die Kunden des Jobcenters. Sie können sich bei der Arbeit ausprobieren und gleichzeitig in lockerer Atmosphäre Kontakte zu potenziellen Arbeitgebern knüpfen“, erklärt Sylke Schwanhold, Geschäftsführerin des Jobcenters im Landkreis Celle. Das Konzept ist einmalig, denn üblicherweise finden Infoveranstaltungen dieser Art in Tagungsräumen statt.

„Nicht reden, sondern etwas tun“ ist das Motto von Gastronom Hasse. Und er macht es vor: Seit zwei Jahren bildet er Kaosar Hassain aus Bangladesch aus. Dabei ist die Verständigung das kleinste Problem: „Pünktlichkeit und Ordnung hat Kaosar nie gelernt. Bisher hatte er aber auch mit anderen Problemen zu kämpfen - zum Beispiel überleben, sagt Hasse.“ Der Hotelier geht mit guten Beispiel voran und hatte für diesen Tag ein bestimmtes Ziel: Er möchte beiden Seiten Mut machen - sowohl den Arbeitgebern als auch den geflüchteten Menschen. Für ihn ist jetzt schon klar: Mindestens zwei der Teilnehmer möchte er gerne kennenlernen. Auch sie sollen die Chance auf eine Ausbildung in seinem Betrieb bekommen.

Schwanhold zieht eine positive Bilanz: „Die Teilnehmer waren alle sehr offen und voller Tatendrang. Diese Veranstaltung brachte sowohl in der Küche als auch im Service ungeahnte Talente zum Vorschein. Das beeindruckte sicher auch den einen oder anderen Arbeitgeber.“
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