Celle

„Gewalt in der Sprache“ war Thema der vierten Demokratiekonferenz

Bei der „Fishbowl“-Diskussion. Foto: CD-Kaserne
Bei der „Fishbowl“-Diskussion. Foto: CD-Kaserne

Projektaufruf für das kommende Jahr 2019

CELLE. „Gewalt in der Sprache - bei Kindern und Jugendlichen“ war kürzlich das Thema bei der vierten Demokratiekonferenz der Partnerschaft für Demokratie in Celle, die in der CD-Kaserne Celle stattfand.

Eingeladen hatte dazu die städtische Abteilung Integration und die externe Koordinierungs- und Fachstelle. Durch das Programm führte Serpil Klukon, Abteilungsleiterin der städtischen Koordinierungsstelle Integration. 120 begeisterte Gäste und Akteure besuchten die Konferenz. Ihnen wurde ein über zweistündiges, vielfältiges Programm geboten.

In seinem Grußwort unterstrich Oberbürgermeister Dr. Jörg Nigge die gemeinsame Aufgabe von Staat und Zivilgesellschaft, jeder Demokratieund Menschenfeindlichkeit entschieden und geschlossen entgegenzutreten.

Anschließend gab Dr. Nils Schuhmacher, Lehrbeauftragter der Universität Hamburg, einen Impulsvortrag und thematisierte die Bedeutung der sprachlichen Gewalt bei Kindern und Jugendlichen.

Die Grundschule Heese-Süd zeigte eine nonverbale Übung, wie mit Kindern zu dieser Thematik bereits präventiv gearbeitet wird. Im Anschluss nutzten die Teilnehmer die Möglichkeit, bei einem „Gallery Walk“ verschiedenste Praxisbeispiele kennen zu lernen.

Julia Frenking vom städtischen Fachdienst Jugendarbeit informierte über das an Celler Grundschulen stattfindende Sozial- und Kompetenztraining „Konfliktlotsen“. Das Bundesmodellprojekt der CD-Kaserne gGmbH „SIP - Systemische Interkulturelle Prävention“ stellte die Arbeit mit Kleinkindern in Kindergärten dar. Jan Helmers präsentierte die Arbeit mit Jugendlichen im Jugendtreff der CD-Kaserne „Haus 7“. Außerdem boten die Schulsozialarbeit der Grundschule Heese-Süd, das arbeitsweltbezogene Jugendsozialprojekt „Pro-Aktiv-Center“ der Stadt Celle und die Präventionsarbeit im Bereich Rechtsextremismus ebenfalls der Stadt Celle, den Besucherinnen und Besuchern weitere pädagogische Perspektiven sowie Einsatzbereiche an.

Abschließend hatten alle die Chance bei einer „Fishbowl“-Diskussion teilzunehmen. Celler Akteure aus verschiedenen Fachbereichen berichteten aus ihren jeweiligen Themenbereichen über ihren persönlichen und fachlichen Umgang mit sprachlicher Gewalt. Der Vortrag von Schuhmacher, der selbst am „Fishbowl“ teilnahm, war Diskussionsgrundlage und Anreiz, Lösungen für einen pädagogischen Umgang bei sprachlicher Gewalt mit Kindern und Jugendlichen im jeweiligen Kontext zu finden. Kai Thomsen, Geschäftsführer der CD-Kaserne gGmbH, moderierte diese lebhafte und anregende Diskussion.

Die Akteure des „Fishbowls“ fassten die Diskussion wie folgt zusammen: „Gewalt in der Sprache“ ist eine gesellschaftliche Herausforderung und sollte nicht nur an der Jugend festgemacht werden. Viele Präventionsprojekte richten sich an Jugendliche und Kinder, diese spiegeln aber nicht die gesamte Gesellschaft wieder. Die Sprache in Verbindung mit der Lebenswelt eines jeden Menschen schafft Verständnis für das gesprochene Wort. Das sei der Schlüssel für pädagogische Strategien. Es sei wichtig, die eigene verbale Sprache stetig zu überprüfen, ungeeignete Sprachmuster abzulegen und Vorbild für Kinder und Jugendliche zu sein.

Bei einem gemütlichen Stehimbiss nutzten die Teilnehmer noch die Möglichkeit, sich auszutauschen und neue Ideen und Anregungen für die Partnerschaft für Demokratie in Celle zu finden.

Gleichzeitig startet mit der vierten Demokratiekonferenz der Aufruf der Stadt Celle zur Antragsstellung für 2019. Bis Montag, 12. November, können Anträge für lokale und gesellschaftspolitische Projekte eingereicht werden, die mit bis zu maximal 3.000 Euro gefördert werden. Einen Antrag stellen können Jugendverbände, freie Träger der Jugendhilfe, Migrantenorganisationen, christliche und andere religiöse Gemeinschaften, Sportvereine, Fördervereine von Schulen, Kindertagesstätten, Bildungs- und Qualifizierungsträger, gemeinnützige GmbH, Stiftungen, kulturelle Einrichtungen und sonstige gemeinnützige Vereine. Diese können Einzelprojekte beantragen, die jeweils mit bis zu 3.000 Euro gefördert werden. Die Projektideen müssen immer einen Bezug zu Demokratie haben. Infos gibt es unter Telefon 05141/9772917 zur Verfügung.

Für Anfang 2019 ist bereits ein Infoabend für Projektträger geplant, um über rechtliche Grundlagen von Öffentlichkeitsarbeit bis zur administrativen und finanziellen Projektabwicklung zu informieren. „Wir wollen insbesondere Projektträger, die zum ersten Mal bei ‚Demokratie leben!‘ mitmachen, von Anfang an gut beraten und begleiten“, erklärt Klukon. Das Antragsformular gibt es unter www.dl-celle.de. Anträge sind bis 12. November, auf dem Postweg einzureichen bei der CD Kaserne gGmbH, „Demokratie leben!“, Hannoversche Straße 30B, 29221 Celle, und verpflichtend in digitaler Version, per Mail an demokratie-leben@cd-kaserne.de.
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