Außengastronomie soll in der Innenstadt bis 23 Uhr erfolgen

Mit einer Rechtsverordnung will die Stadt Celle die Sperrzeit für die Außengastronomie einheitlich auf 23 Uhr festsetzen. Zunächst für die Innenstadt, später auch für die Außenbezirke. Foto: Wasinski
Mit einer Rechtsverordnung will die Stadt Celle die Sperrzeit für die Außengastronomie einheitlich auf 23 Uhr festsetzen. Zunächst für die Innenstadt, später auch für die Außenbezirke. Foto: Wasinski

Ausschuss empfahl einstimmig eine Rechtsverordnung über die Sperrzeit

CELLE (was). Die erste Hürde zur Einführung einer Rechtsverordnung über die Sperrzeit für die Außengastronomie der Stadt Celle mit Beginn um 23 Uhr ist genommen. Am vergangenen Mittwoch stimmte der Ausschuss für Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing in einer außerordentlichen Sitzung klar dafür.

Bei dieser Vorgehensweise geht es zunächst nur um den Bereich der Innenstadt. Die Stadtverwaltung möchte mit dieser Rechtsverordnung eine einheitliche Regelung für alle Gastronomen schaffen. Bei der jüngsten Celler Stadtratssitzung sollte bereits darüber abgestimmt werden. Doch es gab viele Proteste, die sich weniger auf den Inhalt, sondern viel mehr auf die Art und Weise bezogen, da dieses Thema im Vorfeld weder in einem Ausschuss noch in den städtischen Ortsräten diskutiert worden war. Die Meinungen der Bürger und Lokalbetreiber gingen so unter, lautete die Kritik. Celles Oberbürgermeister Dr. Jörg Nigge zeigte sich irritiert, da für ihn der Stadtrat das Hauptdiskussionsforum darstelle. Obwohl es trotz vieler Einwände zu einer Abstimmung kam, musste die Sitzung unterbrochen werden, weil sich einige der Ratsmitglieder übergangen fühlten. Schlussendlich zog die Verwaltung diesen Tagesordnungspunkt zurück, um eine vielschichtigere Diskussion zu ermöglichen.

Den Anfang machte nun dieser Ausschuss. Dort diskutierten die Mitglieder hauptsächlich über Feinheiten. Nur Oliver Müller (BSG) wollte gleich noch weiter vorausdenken und regte an, in einigen Jahren einen Bereich in der Innenstadt als „Nachtquartier“ auszuweisen, um das urbane Leben attraktiver zu machen. Für die aktuell vorliegende Rechtsverordnung schlug Stephan Ohl (Grüne) vor, die Sperrzeit saisonal anzupassen. Im Winter sollte sie bereits um 22 Uhr starten. Viele sahen darin keinen Sinn, da bei Kälte sowieso kaum jemand draußen sei. Der Vorschlag wurde abgelehnt.

Benno Eisermann betonte als beratendes Ausschussmitglied die gute Beziehung zwischen den Gastronomen und Anwohnern in der Innenstadt. „Im Zeitfenster zwischen 22 und 23 Uhr gibt es auch nahezu keine Beschwerden“, untermauerte Nigge. Er ergänzte: „Es ist ein schwieriger Spagat, aber wir wollen Wohnen und Leben gerade in der Innenstadt fördern. Ich denke, die einheitliche Regelung auf 23 Uhr ist ein guter Kompromiss für alle.“ Der Ausschussvorsitzende Dr. Michael Bischoff (CDU) machte zudem deutlich, dass jedem, der eine Wohnung in einer Innenstadt bezieht, klar sein sollte, auf was er sich einlässt. Wer dann die Vorteile wie kurze Wege, viele Geschäfte und Lokalitäten in Anspruch nehme, müsse auch die etwas höhere Geräuschkulisse einsehen.

Nach der einstimmigen Empfehlung des Ausschusses sieht die Beratungsfolge nun vor, dass sich der Ortsrat Blumlage/ Altstadt dem Thema widmet, ehe der Verwaltungsausschuss darüber berät und der Stadtrat Celle dann am Donnerstag, 27. September, final über den Bereich Innenstadt entscheidet. Über den Beginn der Sperrzeit außerhalb der Altstadt soll zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werden. Ebenfalls unter Beteiligung des Fachausschusses sowie der zwölf weiteren Ortsräte.
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